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Die Flucht des Säuglings – Nahrungsverweigerung, Fütterstörung und Sondendependenz

Datum:  9. Mai 2022 - 11. Mai 2022
Ort:  Essen, Hotel Bredeney

Nahrungsverweigerung: Die Flucht des Säuglings

Fütterstörung und Sondendependenz haben in den letzten 20 Jahren zugenommen. Täglich verweigern Säuglinge in Deutschland die Nahrung, Erbrechen und haben Würgeattacken, während die Eltern an der Aufgabe verzweifeln ihr Kind zu füttern. Ein Kreislauf aus Verweigerung, Frustration und Angst entsteht, unter der die Eltern-Kind-Beziehung leidet. Oft sind es belastende oder traumatische Erfahrung, die dem Aufbau einer nährenden Beziehung im Weg stehen.  Werden diese Erfahrungen nicht integriert, kann dieses negative Konsequenzen für die Gesamtentwicklung haben. Deshalb ist Nahrungsverweigerung eine der therapeutischen Herausforderungen in der Pädiatrie. Wir möchten uns dieser Herausforderung gemeinsam mit Ihnen stellen.

Training: Durch die Augen des Kindes sehen

Was sieht das Kind, welches sich vom Löffel wegdreht? Was spürt der Säugling, der beim Anblick der Flasche beginnt zu weinen? Warum löst Nahrung und Flüssigkeit Angst und Verzweiflung statt Lust und Freude aus? Oft ist der Blick bei Nahrungsverweigerung auf die Verweigerung bei Sondenernährung auf die Sonde geheftet. Aber übersehen wir dabei nicht das Wesentliche: Das Kind hinter der Verweigerung und hinter der Sonde. Wie jedoch sollen wir verändern, wenn unser Blick auf der Symptomatik heften bleibt. Wenn wir mit dem Kind das Essverhalten weiterentwickeln möchten, dann müssen wir nicht auf das Kind, sondern durch die Augen des Kindes schauen. Wenn wir verstehen wollen, warum der Säugling tut was er tut, müssen wir seine Motive, Gefühle lesen und verstehen lernen. Wenn wir die Entwicklung des Kindes verändern wollen müssen wir den Weg, den es bisher genommen hat, nachvollziehen können.

Therapie: Oralität ist mehr als nur Essen

Der Blick des Kindes öffnet uns ungeahnte therapeutische Möglichkeiten. Das beginnt damit, dass bereits Säuglinge über ihr Feedback die eigene Therapie mitgestalten. Wir müssen nur mit dem Säugling mitgehen und seinen Impulsen nachfolgen. Doch das Mitgehen erfordert Wissen über die neurologischen, interaktiven, nutritiven und non-nutritiven Ebenen, die sich auf das Essverhalten und die psychische Stabilität auswirken. Verstehen wir, wie sich das Kind in die Nahrungsverweigerung oder Traumatisierung hineinentwickelt hat, zeichnet sich ein Weg ab wie es daraus wieder heraus entwickeln kann.

Wir können an den gestörten Prozessen therapeutisch ansetzen und auch präventive Maßnahmen durchführen. Vertrauen und Verständnis in das Kind, in die Eltern und in unsere therapeutische Arbeit werden zu tragenden Säulen. Die daraus entstandenen Methoden haben sich sowohl in Studien als auch in der Arbeit mit hunderten von Kindern als effektiv erwiesen.

Wie sich die Therapie mit dem Kind und seinen Eltern gestaltet wird anhand von Videobeispielen, praktischen Übungen und Fallbeispielen erläutern. Wir freuen uns schon auf eine lebendige Diskussion.

Themen

  • Thematische Einleitung
  • Was ist Hunger?
  • Synchronie
  • Das Nervensystem in Einklang bringen
  • Impulsreferat Die Rolle des Therapeuten
  • Bedürfnisse und Motivation
  • Affekte und Gefühle
  • Beziehungsdynamik
  • Interaktive Kreise schließen

Detailliertes Programm (PDF)
Referenten:  Dr. Markus Wilken

Teilnahmegebühr:  ab 635,00 €
Teilnehmer:  maximal 25 Personen

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